Die Verbindung von Lernen und Arbeiten, eine für das Handwerk traditionelle und erfolgreiche Lehr-Lernform, erlebte in den letzten zwei Jahrzehnten auch im berufsschulischen Bereich eine Renaissance.
Das Qualifizierungs- und Bildungspotenzial der Arbeitswirklichkeit mit ihren beruflichen Arbeitsaufgaben wurde als zentraler Bezugspunkt für die Berufsbildung wiederentdeckt, was sich in verschiedenen Ansätzen wie z.B. dem "Lernen im Arbeitsprozess", "Lernen am Arbeitsplatz", "Lernen in der Arbeit", "arbeitsplatznahes Lernen" oder dem "Lernen am Kundenauftrag" widerspiegelt. Hierbei werden die zu bewältigenden Arbeitsprozesse in die Ausbildungsmaßnahmen eingebunden, um so den veränderten Berufsbildungs- und Qualifikationsanforderungen besser gerecht werden zu können.
Der „Arbeitsprozess“ dient hierbei als analytische Kategorie zur Erschließung und Analyse von beruflichen Handlungssystemen.
Ein Arbeitsprozess mit den Phasen Auftragsannahme, -planung, -durchführung und -abschluss, greift konkrete Arbeitsergebnisse, Methoden, Werkzeuge und Organisationsformen berufsförmiger Arbeit mit ihren individuellen, betrieblichen und gesellschaftlichen Bezügen bzw. Anforderungen auf. Diese Elemente lassen sich zur so genannten „Arbeitsprozessmatrix“ zusammenfügen. Zu den einzelnen Arbeitsprozessschritten werden in der Matrix die Anforderungen der Gesellschaft, des Betriebes und des Kunden sowie die Arbeitsmittel, Werkzeuge und Methoden zu den einzelnen Handlungsschritten aufgeschlüsselt.
